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EP verabschiedet 3. Eisenbahnpaket


Verlag:

DVV Media Group GmbH

Medium
(Zeitschrift, Zeitung etc.):

SIGNAL + DRAHT


Details:

EP verabschiedet 3. Eisenbahnpaket


Jahr: 2007
Nummer: 11
Datum: November
Autor:
Seite(n): 46




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Land:

alle - europaweit


Inhalt:

Das Europäische Parlament hat am 25. September das 3. Ei- senbahnpaket verabschiedet. Es sieht u. a. die Marktöff- nung für grenzüberschreitende Personenverkehrsdienste zum 1. Januar 2010 vor, ferner eine deutliche Stärkung der Fahr- gastrechte sowie Mindestan- forderungen für die Qualifikati- on und damit die Zertifizierung von Lokführern. Die neue Fahrgastrechtverord- nung wird Ende 2009 in Kraft treten. Sie wird wie vom EP gefordert, für alle Eisenbahn- fahrten und -dienste gelten, und nicht - wie ursprünglich vorgesehen - nur für Fahrgäs- te im grenzüberschreitenden Verkehr. Die Verordnung re- gelt u.a. Entschädigungen bei großen Verspätungen, die Haf- tung der Unternehmen für die Fahrgäste und deren Gepäck, den Transport von behinderten Personen sowie die von den Ei- senbahnunternehmen bereitzu- stellenden Informationen. Allerdings gibt es befristete Aus- nahmen für inländische Schie- nenpersonenverkehrsdienste. Die Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, Ausnahmen zu gewähren: nationale Fernver- kehrsdienste können zuerst für fünf Jahre ausgenommen werden. Diese Befreiung kann um zwei weitere Perioden von je fünf Jahre verlängert werden. Mit Ausnahme der grundlegenden Rechte (Haf- tung, Versicherung, Anspruch auf Beförderung, Sicherheit der Fahrgäste), die universell an- gewandt werden, können die Mitgliedstaaten darüber hinaus dem Stadt-, Vorort- und Regi- onalverkehr eine unbefristete Ausnahme gewähren. Eisenbahnunternehmen müs- sen die Fahrgäste über ihre chte informieren. Dazu kön- nen sie eine von der Kommis- sion in allen EU-Sprachen er- stellte Zusammenfassung der Bestimmungen der Verordnung nutzen. Zu den Informationen, die von den Unternehmen er- bracht werden müssen, ge- hören u.a. Fahrpläne und Be- dingungen der Fahrt mit der kürzesten Fahrtzeit sowie zum günstigsten Fahrpreis, Zugäng- lichkeit, Zugangsbedingungen und Verfügbarkeit von Ein- richtungen für Personen mit Behinderungen und Personen mit eingeschränkter Mobilität im Zug, Zugänglichkeit und Zugangsbedingungen für Fahr- gäste, die Fahrräder mitführen, Aktivitäten, die voraussichtlich zu Störungen oder Verspä- tungen von Verkehrsdiensten führen, Verfahren zur Anzeige des Gepäckverlusts sowie In- formationen zu Beschwerde- verfahren. Weiter legt die Richtlinie Min- destanforderungen fest, die für die Qualifikation und damit die Zertifizierung der Lokführer gel- ten. Die von einem Mitgliedstaat erteilten Fahrerlaubnisse werden von den anderen Mitgliedstaa- ten anerkannt. Das Mindestal- ter für einen Lokführer beträgt 20 Jahre. Die Mitgliedstaaten können jedoch Bewerbern, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, eine Fahrerlaubnis er- teilen, die nur im Hoheitsgebiet des Mitgliedstaats, der sie erteilt hat, gültig ist. Voraussetzungen für den Erwerb eines Lokführer- scheins sind darüber hinaus eine mindestens neunjährige Schul- ausbildung sowie Sprachkennt- nisse, die für die Infrastrukturen geprüft werden, für die die Be- scheinigung beantragt wird.


Stichworte:



 

Schienenverkehrsportal, Wissenschaft -Medien-Organisationen-Behörden, Behörden