Veröffentlichungen Detailansicht

Preisbildung bei Semestertickets bezieht alle Studenten mit ein


Verlag:

Deutscher Verkehrs Verlag Eurailpress

Medium
(Zeitschrift, Zeitung etc.):

Internationales Verkehrswesen


Details:

Preisbildung bei Semestertickets bezieht alle Studenten mit ein


Jahr: 2007
Nummer: 9
Datum: September
Autor: Matthias Peistrup, Susanne Stingel
Seite(n): 386-391




WWW:



Land:

DE: Deutschland


Inhalt:

Die Preisbildung bei einem Semesterticket ist ein komplexes Problem, bei dem etliche Besonderheiten zu berücksichtigen sind. Ins- besondere die Tatsache, dass sich lediglich zwei Parteien gegenüberstehen und sich da- her kein Marktpreis bilden kann, bedingt ein besonderes Vorgehen zur Ermittlung eines angemessenen Preises. In dem vorliegenden Artikel wird eine Methodik beschrieben, die einen praktikablen Beitrag zur Lösung dieser Problemstellung liefern kann. Die theoretischen Grundüberlegungen zur Preisfindung beruhen auf Nutzen- überlegungen. Die Preisobergrenze für ein Semesterticket bestimmt sich demnach so, dass sich Nutzengewinne und Nutzenver- luste der Studierenden gerade die Waage halten müssen. Die Preisuntergrenze sei- tens der Verkehrsbetriebe ergibt sich aus den Opportunitätskosten der Verkehrsbe- triebe, die sich aus den Erlösen berechnen, die die Verkehrsbetriebe erzielen würden, sollte kein Semesterticket existieren. Zur empirischen Bestimmung der Preis- obergrenze wurde die Limit Conjoint-Ana- lyse eingesetzt. Dieses Markforschungs- verfahren dient der indirekten Aufdeckung von individuellen Nutzenstrukturen, die in die Berechnung der aggregierten Preis- obergrenze eingehen. Die Opportunitäts- kostenbetrachtung erfordert Informationen darüber, wie sich das ÖPNV-Nutzungsver- halten der Studierenden ohne ein Semes- terticket gestalten würde. Durch eine diffe- renzierte Erhebung des ÖPNV-Nutzungs- verhaltens mit und ohne Semesterticket und der Berücksichtigung der aktuellen Ticketpreise kann so die Preisuntergrenze bestimmt werden. Die Ergebnisse der Verhandlungen zwi- schen den Verkehrsbetrieben und den Studierenden in Münster haben gezeigt, dass offenbar beide Verhandlungspartner den Ergebnissen Gewicht und Bedeutung geben: Die Parteien haben sich in den folgenden Verhandlungen u. a. auf einen vorläufigen Preis von 63 EUR für das Se- mesterticket geeinigt, der innerhalb der er- mittelten angemessenen Preisspanne liegt


Stichworte:

Finanzierung


 

Schienenverkehrsportal