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Umux-Zulassung für die Schweiz


Verlag:

DVV Media Group GmbH

Medium
(Zeitschrift, Zeitung etc.):

SIGNAL + DRAHT


Details:

Umux-Zulassung für die Schweiz


Jahr: 2008
Nummer: 10
Datum: Oktober
Autor:
Seite(n): 48




WWW:



Land:

CH: Schweiz


Inhalt:

Seit Anfang September ist Umux, Multi-Service-Zu- gangsplattform und Next-Ge- neration-SDH-Übertragungs- system von Keymile, in der Schweiz für geschlossene Übertragungsnetze zugelas- sen. Die Akkreditierung er- folgte durch das Schweizer Bundesamt für Verkehr ge- mäß den Vorgaben des Euro- päischen Komitees für elek- trotechnische Normung. Umux erfüllt alle Vorga- ben der europäischen Norm CENELEC EN 50159-1:2001 des Europäischen Komitees für elektrotechnische Nor- mung (CENELEC). Damit ist sichergestellt, dass Ethernet/ IP-Daten für sicherheitsrele- vante Anwendungen über die Multi-Service-Zugangsplatt- form Umux übertragen wer- den können. Dabei werden alle Auflagen der nationalen Schweizer Aufsichtsbehörde erfüllt. Die Regeln schreiben vor, dass die Übertragung von Daten für sicherheitsrele- vante Anwendungen gemein- sam mit nicht-sicherheitsre- levanten Anwendungen rück- wirkungsfrei erfolgen muss. Ein zentrales Element inner- halb der Umux-Plattform ist die SDH-Baugruppe SYN4E (STM-4, 622 Mbit/s). Sie stellt die Anwendungsschnittstelle Ethernet/IP mit der Ethernet- over-SDH-Technologie ohne eingebauten Switch/Router in festverschalteter, leitungs- vermittelter Weise zur Verfü- gung. Dadurch kann auf ei- nen zweiteiligen Ansatz mit Übertragungsnetz und zu- sätzlichem IP-Netz verzichtet werden. Somit ist die rück- wirkungsfreie Datenübertra- gung aufgrund der eingesetz- ten Technologie gewährleistet - im Gegensatz zu Paket-ba- sierten Netzen. Die Trennung der Daten für die einzelnen Dienste wird durch den Transport in TDM- Technik (beispielsweise Ether- net-over-SDH) sichergestellt. So können neben den si- cherheitsrelevanten Diensten auch weitere, nicht-sicher- heitsrelevante Dienste wie Te- lefonie (a/b, ISDN, VoIP, Fax), Funk (analog oder GSM-R), Achszähler und IP-Dienste al- ler Art (Video, Ticketautomat, Office-Anwendungen etc.) aus einem Netzknoten heraus übertragen und beispiels- weise an die Anwendung auf einem Server in einem Bahn- hof übermittelt werden. Dies erfolgt unter Einhaltung der Vorgaben des geschlossenen Netzes. Der Trend zur Fernsteue- rung und Streckenautoma- tisierung setzt sich im Ei- senbahn-Umfeld unaufhalt- sam fort. Lokale Stellwerke werden miteinander verbun- den und von immer weni- ger Standorten aus betrie- ben. Die dabei eingesetzten Datenverbindungen müssen höchste Anforderungen er- füllen, könnte doch ein tech- nisches Fehlverhalten Men- schenleben gefährden. Da- her haben die nationalen Ei- senbahn-Bundesämter - in der Schweiz das Bundesamt für Verkehr, BAV - strenge Vorschriften erlassen, die im Rahmen von Plangenehmi- gungsverfahren überprüft werden und zu erfüllen sind. Im Bereich des geschlos- senen Übertragungsnetzes werden hierbei technische Komponenten zwischen An- wendung (beispielsweise IL- TIS Release 40) und Datenü- bertragung überprüft. Neben den Anforderungen geschlos- sener Netze besteht ein Trend hin zu homogeneren und in- tegrierten Übertragungsnetz- lösungen, weg von Insellö- sungen. Diesem Trend kommt die gemeinsame Übertragung sicherheits- und nicht-sicher- heitsrelevanter Anwendungen aus einem Netzknoten entge- gen.


Stichworte:



 

Schienenverkehrsportal, Infrastruktur Schienenverkehr, Leit-, Signal- und Sicherungstechnik LST, Sicherheit und Überwachung